Bambu-Lab-Patent zeigt eine Ablage für neun Hotends
Bambu Labs Patent setzt ein Hotend in die Ablage und löst es in derselben Bewegung vom Werkzeugkopf. Die Zeichnungen zeigen neun Plätze, und nur das Hotend löst sich. Der Extruder bleibt am Werkzeugkopf.

Bambu Lab hat eine Ablage für Wechsel-Hotends im Drucker zum Patent angemeldet, und in der am 14. August 2026 veröffentlichten chinesischen Anmeldung werden das Lösen eines Hotends und das Absetzen zu einer einzigen Bewegung.

Abbildung 1 aus dem Patent: die Maschine mit Verkleidung, das Filament liegt im Gehäuse obendrauf.
Veröffentlicht als CN 122560413 A, läuft die Anmeldung auf Shenzhen Tuozhu Technology, die Firma hinter Bambu Lab. Das Prioritätsdatum ist der 6. November 2025. Die Bewegung, die ein Hotend vom Werkzeugkopf löst, setzt es zugleich in der Ablage ab, ein Antrieb erledigt also beides. Das spare Schritte beim Wechsel, heißt es in der Anmeldung.

Abbildung 2 aus dem Patent: dieselbe Maschine geöffnet. Die Ablage sitzt an der Rückseite und wird über Schläuche von der Zuführeinheit darüber versorgt.
In der Ablage steht ein Hotend, kein kompletter Werkzeugkopf. Die Einheit, die sich löst, trägt Zuführrohr, Heatbreak, Heizung und Düse sowie ihren eigenen Filamentschlauch. Der Extruder bleibt am Werkzeugkopf, sein Antriebsrad und das Gegenrad greifen das Filament durch eine Aussparung in der Seite der Einheit. Alle Hotends teilen sich damit einen Extruder. Das macht die Konstruktion zu einem Hotend-Wechsler und nicht zu einem Toolchanger nach Art der Prusa XL, bei der jeder Kopf seinen eigenen Antrieb hat. Bambu Lab verkauft so etwas bereits als Vortek, und Bondtechs INDX funktioniert genauso: ein angetriebener Werkzeugkopf nimmt passive Düsenwerkzeuge auf, in Kits mit vier und acht Werkzeugen für die Prusa CORE One.

Abbildung 5 aus dem Patent: alles links bleibt am Werkzeugkopf, Antriebsrad und Gegenrad eingeschlossen. Die Säule rechts ist der Teil, der sich löst.
Die Zeichnungen zeigen neun Plätze. Mehrere Ansprüche drehen sich darum, sie enger zu packen. Weil der Werkzeugkopf gerade nach unten fährt statt zur Seite, brauchen benachbarte Plätze keinen Freiraum, und ihre Mitten dürfen enger beieinanderliegen, als der Werkzeugkopf breit ist. Ziel sind mehr Hotends auf gleichem Raum.

Abbildung 7 aus dem Patent: die Ablage allein, neun Plätze breit, mit Motor und Spindel am linken Ende, die sie heben und senken.
Magnete halten jedes abgelegte Hotend. Die Anmeldung bevorzugt eine Neigung von 15 bis 40 Grad zur Absetzrichtung. So geneigt bleibt die Anziehung schwach, solange das Hotend noch in Bewegung ist, zieht es also nicht aus der Spur, und greift erst, wenn die Flächen plan aufeinandertreffen. Eine gefederte Klinke schließt sich über dem Hotend, sobald der Werkzeugkopf zurückfährt.

Abbildung 19 aus dem Patent: links die Ablage, rechts das Hotend, dazwischen der mit a bezeichnete Winkel der beiden Magnetflächen.
Der Extruder öffnet seine Räder und lässt das Filament los, bevor sich das Hotend löst. Bliebe es geklemmt, würde es laut Anmeldung aus der Schmelzzone gezogen und verstopfte den Kopf. Auch das Druckbett weicht aus, bei jedem Wechsel in den ersten 6 mm eines Drucks. INDX heizt seine Düsen per Induktion, ganz ohne Kabel zum Werkzeug. Bambu Labs Anmeldung führt eine Leitung zu jedem Hotend, nennt Induktion aber unter den Alternativen. Eine Maschine mit neun Plätzen ist nicht bestätigt, und die Anmeldung nennt weder Modell noch Datum noch Preis.
Was beschreibt das neue Patent von Bambu Lab?
Eine Ablage für Wechsel-Hotends im 3D-Drucker, veröffentlicht als CN 122560413 A am 14. August 2026. Der Hauptanspruch ist, dass das Lösen eines Hotends vom Werkzeugkopf und das Absetzen in der Ablage eine Bewegung sind statt zwei.
Beschreibt das Patent einen Toolchanger?
Nicht im Sinne der Prusa XL, bei der jeder Kopf seinen eigenen Extruder trägt. Was sich löst, ist ein Hotend, der Extruder bleibt am gemeinsamen Werkzeugkopf. Dasselbe Prinzip verkauft Bambu Lab als Vortek und Bondtech als INDX.
Baut Bambu Lab einen Drucker mit neun Hotends?
Unklar. Neun Plätze stehen in den Patentzeichnungen, aber Patentfiguren zeigen ein Ausführungsbeispiel und kein Produkt, und die Ansprüche sind nicht auf neun begrenzt. Das Dokument nennt weder Maschine noch Datum noch Preis.
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